Infocenter

Brandklassen

Die in einem Feuerlöscher verwendeten Löschmittel sind aufgrund ihrer Löschwirkung für bestimmte Arten von Bränden geeignet, die in Brandklassen eingeteilt sind.
Die Brandklassen, für die ein Feuerlöscher geeignet ist, sind auf jedem Feuerlöscher angegeben und mit Piktogrammen abgebildet und durch die Buchstaben A, B, C, D und F abgekürzt. Aus der Eignung eines Feuerlöschers für bestimmte Brandklassen, leitet sich auch häufig der umgangssprachliche Name ab, so ist beispielsweise ein ABC-Löscher für die Brandklassen A, B und C geeignet.
[Bearbeiten]

Löschmittel

Als Löschmittel werden nicht brennbare Gase, Löschpulver, Wasser oder wässrige Lösungen sowie Schaum verwendet. Bis Mitte der 1990er wurden auch Halone als Löschmittel eingesetzt, die Verwendung ist aber seit dem wegen der extremen Ozonschicht-Schädigung verboten.
Die folgenden Kurzzeichen zum Löschmittel sind in der DIN EN 3 nicht mehr vorgeschrieben und daher auf neueren Feuerlöschern nicht mehr zu finden. Diese Kurzzeichen haben daher eigentlich nur noch geschichtliche Bedeutung.Kennbuchstabe K : Kohlendioxidlöscher (Brandklasse B, selten auch C) Kennbuchstabe P : Pulverlöscher für reine Flammenbrände (Brandklassen B und C) Kennbuchstabe PG: Pulverlöscher für Flammen- und Glutbrände (Brandklassen A, B und C) Kennbuchstabe M : Pulverlöscher für Brände von Metallen (Brandklasse D) Kennbuchstabe W : Wasserlöscher (Brandklasse A) Kennbuchstabe S : Schaumlöscher (Brandklassen A und B) Kennbuchstabe H : Halonlöscher (sind überwiegend verboten wegen der Ozonschädigenden Wirkungen der Halone 1211 und 1301, siehe Montrealer Protokoll) (Brandklasse B) Fettbrandlöscher (Brandklassen A und F) [Bearbeiten]

Druckerzeugung

Der zum Ausstoß des Löschmittels benötigte Druck wird entweder bei der Inbetriebnahme aus einer Hochdruckpatrone freigesetzt (Kohlendioxid) oder der Löschmittelbehälter steht ständig unter Druck (Stickstoff oder -selten- trockene Luft). Eine weitere Möglichkeit der Druckspeicherung sind "Gaslöscher", bei denen das Löschmittel (Kohlendioxid) gleichzeitig das Treibmittel ist.
Löscher mit chemischer Druckerzeugung sind in der aktuellen Norm (DIN EN 3) nicht mehr vorgesehen und sollten mittlerweile überall ausgemustert sein. Chemische Druckerzeugung war früher vor allem bei Wasser- und Schaumlöschern üblich: im Löschmittel waren alkalische Salze gelöst; zur Inbetriebnahme wurde durch einen Schlagknopf eine Säureampulle zertrümmert - die folgende chemische Säure-Base-Reaktion führte zur Bildung von Kohlendioxid, das als Treibmittel fungierte.
Die folgenden Kurzzeichen zur Druckerzeugung sind in der DIN EN 3 nicht mehr vorgeschrieben, sind daher auf neueren Feuerlöschern nicht mehr zu finden und haben daher ebenfalls nur noch geschichtliche Bedeutung.Kennbuchstabe C: Chemische Druckerzeugung während der Inbetriebnahme Kennbuchstabe H: Aufladelöscher, ein gesonderter Treibmittelbehälter setzt den Löschmittelbehälter bei der Inbetriebnahme unter Druck. Der Treibmittelbehälter kann entweder außerhalb des Löschmittelbehälters angebracht sein und damit leichter als solche erkennbar sein oder innerhalb, wo man ihn damit meist nur an der Bezeichnung erkennt. Kennbuchstabe L: Dauerdrucklöscher, der Löschmittelbehälter steht ständig unter Druck. Auf Grund der Bauart sind sie die billigeren. Die in Deutschland enthaltenen Druckgasbehälter müssen nach den Richtlinien der "TRG 500 - Druckgasbehälter ortsbeweglicher Feuerlöscher" erstellt sein. Demnach muß ein gefüllter Druckbehälter unter anderem einen Fall aus 1,50 m Höhe (ungefähre Höhe eines aufgehängten Handfeuerlöschers) unbeschädigt überstehen; der Druckgasbehälter darf beim Fallversuch nicht undicht werden.
[Bearbeiten]

Vorgehensweise beim Löschen

Da der Feuerlöscher nur für eine begrenzte Zeit Löschmittel ausstößt, sind einige Vorgehensweisen zu beachten, um die bestmögliche Löschwirkung zu erzielen:Feuerlöscher erst am Brandherd betätigen. Unter Beachtung der Windrichtung immer mit dem Wind vorgehen. Flächenbrände von unten her löschen. Tropfbrände werden von oben nach unten gelöscht, damit brennende Tropfen das Feuer nicht wieder neu entzünden. Wenn nur ein Löscher zur Verfügung steht, sorgsam benutzen und den Inhalt portionsweise verwenden. Besser mehrere Feuerlöscher gleichzeitig als nacheinander einsetzen. Die gelöschte Brandstelle nicht sofort verlassen, sondern beobachten, falls sich das Feuer wieder entzündet. Die verwendeten Feuerlöscher nicht wieder zurückstellen, sondern gleich wiederbefüllen lassen. [Bearbeiten]

Überprüfung

Ein Feuerlöscher muss alle zwei Jahre auf seine Funktion überprüft werden. Bei ordnungsgemäßer Überprüfung erhält er eine Prüfplakette, auf der ersichtlich ist, wann er zuletzt überprüft wurde. Ein Hinweis auf die "Nächste Prüfung" ist eine freiwillige Angabe.
Mögliche Schäden sind Undichtheit, sodass er Druck verliert. Bei vielen Typen mit einem integrierten Manometer kann man einen möglichen Druckverlust zwischendurch auch selbst kontrollieren. Bei Pulverlöschern kann das Pulver im Laufe der Zeit verdichtet sein, sodass es auch unter Druck nicht ausgeblasen werden kann. Es handelt sich dabei nicht immer um ein totales Versagen des Gerätes. Eine Funktion kann demnach noch oft erreicht werden, indem man den Feuerlöscher kopfüber festhält, um so ein Verrutschen des Pulvers im Behälter zu erreichen. Deshalb sollte man auch Feuerlöscher für Fahrzeuge alle zwei Jahre überprüfen lassen. Vor allem Nasslöscher können nach längerer Zeit auch durchrosten.
Wichtig ist die Überprüfung auch im Schadensfall. Sollte ein nicht funktionierender Feuerlöscher, der nicht überprüft wurde, schuld sein, dass der Schaden größer ist, so kann die Versicherung den Ersatz reduzieren.
[Bearbeiten]

Feuerlöscher im Straßenverkehr

Die Feuerlöschgeräte müssen für die Brandklassen A, B und C geeignet sein.
Werden keine Pulverfeuerlöschgeräte eingesetzt, muss das andere geeigneteLöschmittel eine vergleichbare Kapazität aufweisen. Die Löschmittel müssen geeignet sein, einen Brand des Motors oder desFahrerhauses der Beförderungseinheit bekämpfen zu können. Ist das Fahrzeug mit einer automatischen Einrichtung zur Bekämpfung eines Motor­brandes ausgrüstet, muss das tragbare Feuerlöschgerät nicht dazu geeignet sein.
Die Feuerlöschgeräte müssen mit einer Plombierung versehen sein, mit der
nachgeprüft werden kann, dass sie nicht verwendet wurden. Die Feuerlöschgeräte benötigen ein Konformitätszeichen der zuständigen Behördeund eine Aufschrift mit mindestens der Angabe des Datums (Monat, Jahr) der
nächsten wiederkehrenden Prüfung oder des Ablaufs der höchstzulässigen
Nutzungsdauer (Prüfintervall zweijährlich). Die Feuerlöschgeräte müssen so angebracht sein, dass sie für dieFahrzeugbesatzung leicht erreichbar und vor Witterungseinflüssen geschützt sind.Übergangsvorschrift (Unterabschnitt 1.6.5.6 ADR):

Beförderungseinheiten, die mit Feuerlöschgeräten ausgerüstet sind, die den bis
31. Dezember 2002 geltenden Vorschriften des Abschnitts 8.1.4 ADR entsprechen, dürfen bis zum 31. Dezember 2007 verwendet werden. Dazu wird in Nr. 1-9. der RSE erläutert: Unabhängig vom Datum der Zulassung nach der StVZO dürfen Beförderungseinheiten bis zum 31. Dezember 2007 mit Feuerlöschgeräten (Anzahl und Löschmittelmenge) ausgerüstet werden, die den bis zum 31. Dezember 2002 geltenden Vorschriften des Abschnitts 8.1.4 des ADR entsprechen.
Beförderungseinheiten, die gefährliche Güter befördern (ausgenommen freige­stellte Beförderungen gemäß Unterabschnitten 1.1.3.1 - 1.1.3.5 ADR) sind nach Abschnitt 8.1.4 ADR mit Feuerlöschgeräten unterschiedlichen Mindestfassungs­vermögens, abhängig von der Menge der gefährlichen Güter und des zulässigen Gesamtgewichts der Beförderungseinheiten auszurüsten.


Feuerlöscher in Arbeitsstätten

Mit dem Feuerlöscher-Rechner für Arbeitsstätten kann die erforderliche Anzahl von Feuerlöschern in Arbeitsstätten für verschiedene Löschertypen interaktiv ermittelt werden.
Berechnungsgrundlage für die Ausstattung mit Feuerlöschern in Abhängigkeit von der Brandgefährdung sind die Löschmitteleinheiten ( LE ). Sie wurden eingeführt um die unterschiedlichen Löschwirkungen ( Ratingzahl ) von verschiedene Löschern ( Wasser, Schaum, Pulver ) miteinander vergleichen zu können. Ein Feuerlöscher kann bis zu 12 LE haben.
In Deutschland ist die Grundlage für das Berechnungsverfahren die Arbeitsstättenrichtlinie ASR 13/1,2 sowie die deutsche Fassung der europäischen Norm DIN EN 3. In Orientierung an die berufsgenossenschaftliche Regel BGR 133 wird das Ausgabeergebnis hinsichtlich der Löschmitteleinheiten optimiert, ohne dass hierdurch die durch die Arbeitsstättenrichtlinie ASR 13/1,2 und die DIN EN 3 getroffenen Regelungen berührt werden.


© by Quittek GmbH